Sechs Jahre Akademisierung der Hebammenausbildung – DGHWi, HWFT und DHV ziehen Bilanz und richten den Blick nach vorn

Veröffentlicht am 22. Juli 2026

Erstellt von Heike Saalmann

Am 8. Juli 2026 kamen Vertreterinnen der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e. V. (DGHWi) – Präsidentin Prof. Dr. Nicola H. Bauer und Vizepräsidentin Prof. Dr. Julia Berger –, des Hebammenwissenschaftlichen Fachbereichstags e. V. (HWFT) – Präsidentin Prof. Dr. Melita Grieshop und Beirätin Dr. Friederike Seifert – sowie des Deutschen Hebammenverbands e. V. (DHV) – Präsidentin Annika Wanierke und Beirätin für den Bildungsbereich Emine Babac – zu einem gemeinsamen Fachgespräch mit Vertreterinnen des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zusammen.

Im Mittelpunkt des Gesprächstermins standen die Erfahrungen mit der primärqualifizierenden akademischen Hebammenausbildung seit Inkrafttreten des reformierten Hebammengesetzes sowie aktuelle Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven für Studium, Wissenschaft und hebammengeleitete Versorgung in Deutschland.

Die Vertreterinnen der drei Organisationen zogen eine insgesamt positive Bilanz der Akademisierung des Hebammenberufs. Mit inzwischen bundesweit 48 Studienprogrammen ist das duale Studium von Hebammen flächendeckend umgesetzt. Die ersten Absolvent*innen sind erfolgreich in die Berufspraxis eingetreten. Zudem wurden wissenschaftliche Strukturen für Lehre, Forschung und Transfer aufgebaut, so dass sich die Hebammenwissenschaft zunehmend als eigenständige Disziplin im deutschen Hochschulsystem etabliert. Die Reform des Hebammengesetzes stellt damit einen bedeutenden Meilenstein für die Professionalisierung des Hebammenberufs und für eine wissenschaftlich fundierte und evidenzbasierte Versorgung von Frauen, Kindern und Familien durch Hebammen dar.

Gleichzeitig machten die Vertreterinnen deutlich, dass der erfolgreiche Aufbau der Studiengänge nicht den Abschluss, sondern den Beginn einer neuen Entwicklungsphase markiert und nun die nachhaltige Qualitätsentwicklung, die wissenschaftliche Profilbildung der Hebammenwissenschaft sowie die Weiterentwicklung evidenzbasierter Versorgungsstrukturen in den Mittelpunkt rücken.

Dazu brachten DGHWi, HWFT und DHV gemeinsame Perspektiven ein. Im Mittelpunkt des fachlichen Austauschs standen unter anderem die Weiterentwicklung der staatlichen Prüfungen, die Qualität akademischer Lehre und Praxis, die Sicherung wissenschaftlicher Standards, der Ausbau von Forschungs- und Qualifizierungsstrukturen sowie die stärkere Verzahnung von Lehre, Forschung und innovativer Gesundheitsversorgung. Gemeinsames Ziel ist es, die Qualität der akademischen Hebammenausbildung kontinuierlich weiterzuentwickeln und den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Versorgung nachhaltig zu stärken.

DGHWi, HWFT und DHV haben dem Bundesministerium für Gesundheit ihre Bereitschaft angeboten, die gemeinsame wissenschaftliche, hochschulpolitische und berufspolitische Expertise in die anstehenden Entwicklungen einzubringen. Gemeinsam wollen die drei Organisationen dazu beitragen, die erfolgreiche Akademisierung der Hebammenausbildung nachhaltig weiterzuentwickeln und die Hebammenwissenschaft als eigenständige  Disziplin sowie als Grundlage einer qualitativ hochwertigen, evidenzbasierten Versorgung von Frauen, Kindern und Familien weiter zu stärken.