Praxisnah, professionell & pädagogisch – 3. Konferenz
zur pädagogischen Arbeit im Hebammenstudium (HebaPäd)
in Leipzig
Bereits zum dritten Mal trafen sich Lehrende und Praxisanleitende aus Theorie und Praxis zur HebaPäd Konferenz – dieses Jahr am 3. Mai 2026 an der Universität Leipzig. Die Konferenz setzt die erfolgreiche Kooperation der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft (DGHWi) und des Deutschen Hebammenverbands (DHV) mit den gastgebenden Universitäten fort; in diesem Jahr war das Institut für Hebammenwissenschaft und interprofessionelle Perinatalmedizin an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig Gastgeber der Veranstaltung.
Die Organisatorinnen stellten auch in diesem Jahr ein umfangreiches Programm aus Vorträgen, Workshops, Posterpräsentationen und einem Seminar zusammen. Alle eingereichten Beiträge durchliefen ein verblindetes Peer-Review-Verfahren. Bereits die Fülle von Einreichungen nach Ende des Call for Abstracts verdeutlichte, welch hoher Stellenwert der pädagogischen Arbeit und ihrer wissenschaftlichen Begleitung beigemessen wird.
Insgesamt bot das Programm mit 10 Vorträgen, 11 Workshops, einem Seminar sowie
21 Postern ein fundiertes, pädagogisch-didaktisch durchdachtes Lernsetting für Praxisanleitende und Lehrende. Die angenommenen Beiträge umfassten u.a. Best Practice in staatlichen praktischen Prüfungen sowie in der Stillförderung, Nachqualifizierung altrechtlich ausgebildeter Hebammen, Professionalisierung zwischen struktureller Realität und didaktischen Anforderungen sowie ein interprofessionelles Lernprojekt zur Patient*innensicherheit. Die zehn Vorträge behandelten darüber hinaus Themen wie ressourcenorientierte Gestaltung von Skills- und Simulationstrainings, Studienerfolg im dualen Studium, Stress im Zusammenhang mit Lebenszufriedenheit, Menschenwürde und Geburtskulturen sowie Bedingungen für einen gelingenden Einstieg ins Studium.
Die elf Workshops ermöglichten eine vertiefte Auseinandersetzung mit pädagogischen, didaktischen und fachlichen Fragestellungen und trugen gezielt zur Professionalisierung der Lehre im Hebammenstudium bei. Thematisch reichten sie von interaktiven Notfalltrainings, Stolpersteinen in der Praxisbegleitung und Neurodivergenz und Inklusion im Hörsaal und in der Praxis über KI in der Lehre, problemorientiertes Lernen, Reflexionen zur Akademisierung der Hebammenwissenschaft und curriculare Ansätze zur Professionalisierung bis hin zum Instrument „Lehrportfolio" für nachhaltige Lehrqualität. Ein zusätzliches Seminar „Begleitung und Leitung von Beckenendlage-Geburten in Theorie und Praxis" rundete das Angebot ab. Praxisnahe didaktische Instrumente wie Lerntagebücher, Lehrportfolios und strukturierte Kommunikationsmethoden wurden kritisch reflektiert und auf ihr Potenzial im Bildungskontext hin bewertet.
Eine Poster-Session mit insgesamt 21 Postern ergänzte das vielfältige Programm. Eine vierköpfige Jury zeichnete besonders gelungene Beiträge aus – gewürdigt wurden sowohl Poster aus Wissenschaft und Hochschullehre als auch Best-Practice-Beispiele aus der Praxis.
- Poster Platz 1: Partizipative Prüfungsentwicklung - Ein Best -Practice Beispiel für den praktischen Teil der staatlichen Hebammenprüfungen - Angela Brellos, Melissa Sabel, Linda Luhmann, Jenny Keiderling, Sarah-Maria Schuster & Therese Werner-Bierwisch
- Poster Platz 2: HebAct:Einarbeitungskonzept für Hebammen zum Berufseinstige nach dem Bachelor Studium - EinBest-Practice Beispiel aufs Freiburg - Lynn Ziegler, Ellen Asal, Birgit Schubert & Helene Macher
- Poster Platz 3: Sicherheit bei Wassergeburten - Lehre der Pool Evakuierung im Hebammenstudium - Julia Solovieva & Clara Eidt
Die Konferenz ermöglichte die Erprobung didaktischer Vielfalt, förderte die Verbindung von Theorie und Praxis und leistete einen nachhaltigen Beitrag zur Qualitätsentwicklung der Lehre an den verschiedenen Lernorten des Hebammenstudiums. Ein gelungener Tag mit zufriedenen Teilnehmenden – und die Vorfreude auf die nächste HebaPäd ist bereits geweckt.
(Fotos: Swen Ehrler, Lorena Ehrler)